Prophylaxe gegen Radioaktivität
Aus aktuellem Anlaß wird derzeit verschiedentlich die Frage gestellt, ob und wenn ja, welche homöopathischen Prophylaxen es gegen radioaktive Strahlung gibt.
Hierzu möchten wir aus unserer Sicht einige Informationen geben.
Die Idee der homöopathischen Prophylaxe geht auf Samuel Hahnemann zurück. Er beschreibt die Beobachtung, daß in einem Organismus zur gleichen Zeit nicht zweimal die gleiche oder eine ähnliche Krankheit vorhanden sein kann. Damit ist gemeint, daß ein Kind z. B. Scharlach hat oder nicht. Aber es kann nicht gleichzeitig zwei „Scharlache“ haben. Diese Unmöglichkeit macht sich die homöopathische Prophylaxe zunutze, indem sie einem Menschen ein Arzneimittel gibt, welches in seinem Wirkungsspektrum die gleichen Symptome enthält wie die zu verhütende Krankheit. Nach Hahnemann wird ein Mensch durch dieses Arzneimittel „kunstkrank“, und ist nicht mehr empfänglich für die natürliche Krankheit. Wenn Sie zum Beispiel eine Tasse Kaffee trinken, dann bekommen Sie dadurch eine künstliche Kaffeekrankheit, die sich durch ein übererregtes Nervensystem bemerkbar macht.
Bekanntes Beispiel für den Einsatz homöopathischer Prophylaxen ist die Blutungsprophylaxe mit Arnika vor Zahnextraktionen.
Homöopathische Prophylaxen sind in der Homöopathie nicht unumstritten, es gibt Anhänger und Gegner dieser Verschreibungsmethode.
Wenn man sich jedoch für eine Prophylaxe entscheidet, dann sollte eine reale Gefährdung vorhanden sein, das scheint aber zur Zeit in Deutschland (anders als bei Tschernobyl) nicht der Fall zu sein. Man sollte vermeiden, Opfer seiner Ängste zu werden.
Die Prophylaxe kann nur entsprechend der Wirkungsdauer des Arzneimittels wirken. Diese wird durch die Potenz bestimmt. Um zu vermeiden, daß das Arzneimittel in kurzen Abständen eingenommen werden muß, was schnell zu Nebenwirkungen führen kann, sollten daher höhere Potenzen in seltenen Abständen verwendet werden (unserer Meinung nach nicht unter C200).
Während der Tschernobyl-katastrophe wurde vielfach Radium bromatum als Prophylaxe gegen Radioaktivität verwendet. Vom Arzneimittelbild her scheint es sich sehr gut zu eignen.
Sie sollten aber im Bewußtsein haben, daß es keine sicheren Erkenntnisse über den praktischen Nutzen einer solchen Prophylaxe gibt.
Und, wie gesagt – zur Zeit besteht kein Anlaß, zu diesem Mittel zu greifen.
Werner Schade
März 2011
